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Was ich über Sprache denke:

Ich finde es immer wieder belustigend, wie „kreativ“ heutzutage zum Beispiel mit dem Apostroph umgegangen wird, oder wie unter Mißachtung sämtlicher Rechtschreibregeln – egal ob alt oder neu – völlig falsch Wörter getrennt werden, die eigentlich zusammengeschrieben werden müßten, ohne wenigstens Bindestriche dazwischenzusetzen! Nach der PISA-Studie wissen wir ja wenigstens, warum wir Deutschen so dumm sind! Ich versuche trotzdem, Sprache korrekt zu verwenden!

Wenn also jemand einen Fehler macht, ist das nicht weiter schlimm und erst längst kein Beinbruch! Ich bin schließlich auch nicht perfekt und wiedererlerne immer wieder, was nach der Schulzeit irgendwann vergessen wurde ;-)

Es gibt bei mir aber einige wirkliche

Aufreger:

Live-Schalte

Was bitte schön ist an „Schalte“ so viel toller als „Schaltung“?!? Der Begriff ist fachlich geprägt und wird von Mitarbeitern bei Funk und Fernsehen verwendet. Aber wozu ein leicht abgewandelter Begriff, den es an sich gar nicht gibt?

Außerdem handelt es sich auch gar nicht um eine Live-Schaltung, sondern eine Live-Übertragung!


„Das“ Virus

Ein Virus hat biologisch betrachtet kein Geschlecht, weil es sich geschlechtslos vermehrt. Also ist „das“ von der Logik her der richtige Artikel für „Virus“.

Es ist aber auch erlaubt, „der“ Virus zu schreiben. Die Dudenredaktion hat nämlich gewissermassen „vor der Dummheit der Menschen kapituliert“ und entsprechend der „sprachlichen Gewohnheit“ die aufgrund ständiger Wiederholung des Falschen eingebürgerte Variante mit aufgenommen.


„wegen“ mit Genitiv!

Es heißt eigentlich „wegen des schlechten Wetters“ (Genitiv). Weil es sich aber sprachlich „eingebürgert“ hat, ist es mittlerweile auch zulässig „wegen dem schlechten Wetter“ (Dativ, umgangssprachlich) zu sagen.

So steht es jetzt im Duden, und so wurde auch hier durch ständige Wiederholung das Falsche plötzlich richtig :-(


Überflüssige Ext. Link Anglizismen

DNA statt DNS

Selbst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen – und die haben angeblich einen „Bildungsauftrag“! – ist in letzter Zeit immer öfter von der DNA-Analyse die Rede. „Desoxyribonukleina... Wie bitte, was???“ Nein, verdammt nochmal! Es heißt DNS für „Desoxyribonukleinsäure“ und nicht DNA für „Deoxyribose Nucleic Acid“!!!

Warum nur benutzt man ein englisches Wort, wenn es ein gutes deutsches Wort gibt? Will man im Trend liegen? Dann muß man sich wohl immer und überall zum Affen machen, denn das liegt zurzeit offensichtlich voll im Trend!

Technologie

Noch schlimmer sind Fehler, die aufgrund schlechter Englischkenntnisse von Journalisten einfach solange geplappert werden, bis sie sich fest in der Umgangssprache verankert haben! Besonders modern ist das Un- oder auch Bläh-Wort „Technologie“.

Alle Welt redet von „Technologie“, wo eigentlich nur „Technik“ gemeint ist! Gefördert wird dies durch etliche falsche Übersetzungen aus dem Englischen. Denn auf Englisch heißt Technik technology, rückübersetzt wird dies jedoch fast ausschließlich mit „Technologie“. Man sagt aber auch nicht: „Die Tänzerin hat eine glänzende Technologie.“

Außerdem wird ständig – scheinbar bevorzut in TV-Sendungen über Börsennotierungen der neudeutschen „New Economy“ – über „Internet-Technologien“ gesprochen. Aber auch hier ist schlicht und einfach die gute alte „Technik“ gemeint!

Das Wort Technologie heißt „die Lehre von der Technik“. Spätestens in der im Jahre 2000 entstandenen 22. Auflage hat auch der Duden eine weitere Bedeutung des Wortes aufgeführt, sogar der Plural „Technologien“ ist zulässig und steht dort für die „Gesamtheit der technischen Prozesse in einem Fertigungsbereich“.

Abartigerweise wurde auch gleich noch der „Technologiepark“ aufgeführt, doch dazu weiter unten beim „Gewerbepark“.

Falsch ist aber immer noch, von der „Spitzentechnologie“ eines DVD-Players zu schreiben, wenn es nur um die Spitzentechnik geht.

Event

Warum ist ein großes Musikkonzert heutzutage immer gleich ein „Event“? Und was ist so schlimm an dem deutschen Wort „Ereignis“?

Am allerschlimmsten daran ist allerdings, daß Veranstalter selbst von vornherein von einem „Event“ sprechen. Was aber, wenn die Veranstaltung gar kein Ereignis wird, sondern ein Reinfall? Man sollte also lieber ganz einfach von einer Veranstaltung sprechen und weder von einem „Event“ noch von einem „Ereignis“!

Performance

Im gleichen Atemzug wie „Event“ kann man „Performance“ nennen. Im Deutschen hat man doch sogar die Möglichkeit, den „Auftritt“ von der „Aufführung“ und von der „Leistung“ zu unterscheiden. Trotzdem wird immer öfter darauf verzichtet, einen sprachlichen Unterschied zu machen, wenn Künstler bloß eine „Performance“ hinlegen.

Display

Wie heißen doch gleich diese Dinger, worin man z. B. am Kassentresen Prospekte aufstellt? Falsch! „Display“ heißt das nur auf Denglisch! Eigentlich heißt das auf Englisch nämlich „display stand“! Wer kennt aber schon noch das gute alte deutsche Wort „Schauständer&ldquo?

POS-Terminal

Wie wird das Gerät genannt, wo man an der Kasse seine EC-Karte durchzieht oder reinsteckt und seine Geheimzahl eintippt? „POS-Terminal“. Und was heißt die Abkürzung POS? „Point of Sale“. Und wer kann das jetzt auf Deutsch übersetzen? „Punkt des Bezahlens“ wäre ja eine Möglichkeit. Das bedeutet aber doch wohl nichts anderes als „Kasse“!?! Warum dann nicht ganz einfach „Kassenterminal“?


Scheinanglizismen

Dies sind englische Begriffe, die es im Englischen aber entweder gar nicht gibt, oder die eine ganz andere Bedeutung haben. Also frei nach dem Motto „Nicht nur 'nicht englisch', sondern sogar falsch!“

Handy

Es gibt kein „Handy“, das sind Mobiltelefone! Und selbst in England und Amerika telefoniert man zwar mit einem handlichen Telefon, aber es heißt dennoch „cellular phone“ oder „cell phone“, „mobile phone“ oder kurz „mobile“.

Allerdings fand das „Handy“ bereits 1997 Einzug in den Duden. Und irgendwann muß wohl jeder kapitulieren: Ich telefoniere in Zukunft auch immer öfter mit dem „Handy“, weil ich sonst immer wieder erklären muß, warum ich denn so umständlich „Mobiltelefon“ oder „Mobiles“ sage.

Siehe dazu auch Ext. Link Populäre Irrtümer: Das Wort 'Handy'.

Ergänzung im April 2010: Wie ich erst kürzlich erfuhr, kann man in echte Schwierigkeiten kommen, wenn man als Mann eine Frau in England, Amerika oder Australien „Can you give me a handy?“ fragt! Das kann als sexuelle Belästigung ausgelegt werden, und man kann sich durchaus eine Ohrfeige von der Frau oder eine Tracht Prügel von ihrem Mann einhandeln. Oder wie würdest Du reagieren, wenn ein Fremder nach einem „handjob“ fragt?

Dressman

Ein „Dressman“ würde in England wohl schief angesehen werden, denn welcher Mann trägt in der Öffentlichkeit ein Kleid (dress)? Eigentlich ist ein „male model“, also ein „männliches Modell“ gemeint, eher das Gegenteil von einem Mann, der ein Kleid trägt.

Talkmaster

Ein „Talkmaster“ klingt zwar sehr englisch, ist aber eine deutsche Erfindung, denn im Englischen existiert solch ein Wort nicht! Dort heissen diese Menschen „chat-show host“ bzw. „talk-show host“.

Barkeeper

Ein „Barkeeper“ ist eine der ältesten deutschen „Englisch-Erfindungen“, denn derjenige, der damit gemeint ist, nämlich der, der hinter dem Tresen steht, heißt im Englischen „Bartender“. Ein „Barkeeper“ hingegen ist ein Kneipier, der Barbesitzer also, der „Gastwirt“ auf gut Deutsch.

„Never change a running system“

„Never change a running system“ wird immer wieder gerne als Spruch verwendet, wenn es darum geht, daß man besser doch nicht in einen Computer, der eben ja noch funktionierte, eine zusätzliche Steckkarte eingebaut hätte, denn jetzt funktioniert er halt nicht mehr.

Wahrscheinlich ist diese Redewendung aus der bekannten, tatsächlich existierenden Phrase „Never change a winning team“ entstanden. „Never change a running system“ gibt es im Englischen jedoch nicht. Dort existiert dafür die Phrase „If it ain't broke, don't fix it!“

Anstatt einfach eine deutsche Phrase zu verwenden, setzt sich eben seit Jahren diese pseudoenglische Phrase fort und bringt es bei Google auf beachtliche Trefferzahlen, aber eben nur auf deutschen Seiten!

Body Bag

„Oh, Du hast Dir ja einen coolen Body Bag gekauft!“ Ganz schön geschmacklos, einen Rucksack (den übrigens auch die Amerikaner und Engländer so nennen!) als „Leichensack“ zu bezeichenen! Das kommt eben davon, wenn man nur denkt, man könnte Englisch sprechen, in Wahrheit aber zu dumm dafür ist, und dann kommt so etwas dabei heraus.

roundabout

„Das kostet so roundabout fünfzig Euro.“ hört man allenorts immer öfter (und zunehmend ungern!).

Des Englischen mächtige Personen schütteln ob der Dummheit des Sprechers dabei nur noch fassungslos den Kopf. Ein „roundabout“ ist nämlich ein Kreisverkehr, der Satz heißt also übersetzt: „Das kostet so Kreisverkehr fünfzig Euro.“ Jetzt klar, weshalb da so heftig Kopfgeschüttelt wird?

Das liegt nur daran, daß der dumme Sprecher im Englischunterricht gepennt und nur halb zugehört hat, als die Übersetzung von „ungefähr“ mit „around and about“ drankam.

Backshop

In der Stadt gibt es an jeder Ecke einen „Backshop“, fast schon so viele wie Apotheken! Aber ein „Hinter-Laden“? Was soll das denn sein? Hört sich zwar Englisch an, ist es aber nicht! Es gibt das „back office“, das hat aber genauso wenig mit Backen zu tun wie dieses Unwort!

Beamer

„Beamen“ kennt man ja aus „Star Trek“, und vielleicht hat ein Möchtegern-Star-Trek-Fan dieses Wort „erfunden“ weil er meinte, das Bild würde an die Wand „gebeamt“. Allerdings kennt dieser Mensch weder „Star Trek“ noch richtiges Englisch! Im Englischen ist es ganz simpel ein „projector“!

Dank an Annette Pohlke für den netten Ergänzungs-Hinweis! :-)



Siehe dazu auch Ext. Link Knapp, Robbin D. (2005). "Robb: Erfundene englische Wörter im Deutschen" und Ext. Link Wikipedia: Liste der Scheinanglizismen.


Dummdeutsch

Unter Ext. Link Dummdeutsch, worauf ich bei der Lektüre der FAQ der Nachrichtengruppe news:de.etc.sprache.deutsch stieß, fand ich noch ein paar Ausdrücke, die wie „DNA“ und „Technologie“ regelmäßig falsch übersetzt werden. Einige Formulierungen habe ich direkt übernommen, andere etwas abgeändert.

Sensitiv

In einer Fernsehwerbung für eine Hautcreme hieß es: „Sensitive Haut braucht Pflege.“

Dies ist eine falsche Übersetzung des englischen „sensitive“. Im Beispiel wäre „sensibel“ oder „empfindlich“ richtig. Das Wort „sensitiv“ existiert im Deutschen gar nicht, auch wenn „Persil Sensitiv“ uns gerne das Gegenteil glauben lassen möchte. Allerdings sind das ja auch Anwender oder sogar Miterfinder des in keiner Sprache der Welt existierenden Wortes „Megaperls“!

Andererseits wird das deutsche Wort „sensibel“ ins Englische mit „sensible“ übersetzt. Das bedeutet aber wiederum etwas ganz anderes: Ext. Link sensible bei dict.leo.org nachschlagen.

Sicherstellen

In einer Anleitung eines Gerätes hieß es: „Stellen Sie sicher, daß der Hebel eingerastet ist.“

Dies ist eine falsche Übersetzung des englischen „to make sure“, was „sich vergewissern“ bedeutet. Das Wort „sicherstellen“ bezieht sich im Deutschen auf Gegenstände („Die Polizei hat 5 kg Heroin sichergestellt.“), jedoch nicht auf Sachverhalte.

Sinn machen

Überall hört man immer öfter „Sinn machen“, dabei heißt doch sogar ein Songtitel der Gruppe „Talking Heads“: „stop making sense“. ;-)

Das englische „to make sense“ muß korrekt mit „einen Sinn ergeben“ oder „sinnvoll sein“ übersetzt werden.



Daneben gibt es noch dummdeutsche Begriffe, bei denen die eigentliche Bedeutung eines Wortes mißachtet und in einem anderen Sinn benutzt wird, teilweise sogar, um damit Tatsachen zu verschleiern und Begriffe zu entschärfen. Solche Begriffe werden dann meist für die Wahl des Unworts des Jahres nominiert.

Gewerbepark

Klaus Pommerening kommentierte dieses Wort mit folgendem Satz: „Was müssen das für Menschen sein, die ein paar häßliche, in die kahle Landschaft gesetzte Zweckbauten mit viel asphaltiertem Autoabstellplatz dazwischen als „Park“ bezeichnen?“

Richtig! Ein Park besteht aus Grünflächen, Bäumen, usw. Nicht etwa aus Asphalt und Beton!

Neue Dimension

Zitat: „Erleben Sie Distribution in einer neuen Dimension.“
Welche neue Dimension soll das denn sein? Ich lebe in diesen vier: Länge, Breite, Höhe und Zeit.

Sparen

In vielen Prospekten steht: „Sparen Sie 50 EUR beim Kauf dieses Staubsaugers. Sparen Sie weitere 25 EUR bei dieser Kaffeemaschine.“

Klasse! Ich kaufe mir einfach einen Staubsauger und eine Kaffeemaschine und kann dann 75 EUR auf mein Sparbuch einzahlen!? Aber was mache ich dann mit einem zweiten Staubsauger und einer Maschine, die ich als Nicht-Kaffeetrinker gar nicht benutze?

Die Händler wollen ja auch nicht, daß der Kunde Geld spart, sondern alles ausgibt, und das in genau einem einzigen Geschäft, und zwar dem eigenen. Das Wort wird also sinnentstellt verwendet.


Die „Deutsche“ Bank

Wer sich gerne mal eine Realsatire ansehen will, braucht nur den Netzauftritt der Ext. Link Deutschen Bank ansehen. Der Witz liegt im Namen „Deutsche Bank“. Fast alle Begriffe auf der Seite sind auf Englisch! Offensichtlich legt man auch keinen Wert mehr auf den Besuch eines deutschen Normalbürgers, sondern setzt nur noch auf den fachlich versierten Investor. Vielleicht will man auch nur durch übertriebenen Einsatz von Anglizismen Eindruck schinden und den einfachen Besucher vor Ehrfurcht angesichts so ausdrucksstark eingesetzter „Informationstechnologie“ erstarren lassen.

Kann wirklich jemand Normalgebliebener folgende Begriffe übersetzen?
Trading Sites
Research
PATRIOT ACT Certification
Corporate Governance
Private Clients and Asset Management
Private Wealth Management
Asset Management
DB Real Estate Germany
Global Equities Research
Global Markets Research

„Nett“ sind auch die folgenden Meldungen:

Deutsche Bank NachrichtenDeutsche Bank Nachrichten




Sprache in der Werbung

Dumme Werbesprüche

„Geiz ist geil!“ (Saturn-Markt)

Nein! Geiz ist eine der biblischen Todsünden!

Normalerweise habe ich es ja nicht mit der Bibel, dem Koran oder sonst irgendwelchen religiösen „Vorschriften“. Aber Teile daraus sind gute Anleitungen und Gebote. Man denke nur mal an „Du sollst nicht töten!“ Das ist geil! Desweiteren steht darin z.B., wie ein Wirtschaftssystem am Funktionieren gehalten wird! Koran und Bibel z.B. verbieten beide, Geld gegen Zinsen zu verleihen!

Hintergrund ist nicht etwa, daß man die Juden dafür verdammen kann, daß sie Geldhandel betreiben - dazu hat man sie ja praktisch selbst getrieben! [1] -, sondern daß man sein Geld ausgeben soll, anstatt es zu horten, denn nur eine Wirtschaft, in der das Geld zirkuliert, ist lebendig und wächst!

Was passiert, wenn man Geld hortet, sieht man zurzeit in Deutschland: Die Wirtschaft stagniert! Der Export boomt zwar, und 2003 war sogar ein Rekordjahr, aber im Inland herrscht Konsumflaute, weil die Leute aus Angst vor der (finanziellen) Zukunft auf dem Geld sitzenbleiben. Und da kommt dann die Werbung auch noch mit solch dummen Sprüchen daher!


[1] = Dazu ein Zitat aus der Seite Ext. Link „Rechtliche Stellung der Juden im Mittelalter“ von Eva Bäger:
Als internationale Kaufleute waren die Juden gefragt und geschätzt, wobei sie sich seit dem 12. Jahrhundert zunehmend auf den Waren- und Geldhandel spezialisierten. Gründe dafür sind einerseits der wirtschaftliche Strukturwandel und andererseits das Zinsverbot für die Christen, was durch das Reformpapsttum jetzt schärfer beobachtet wird. Für diese Spezialisierung sind auch die beruflichen Einschränkungen verantwortlich, die man gegenüber Juden geltend machte. Zum Beispiel durften die Juden nicht in Zünften arbeiten, da es den Christen nicht zugemutet werden konnte mit Juden zusammen zu arbeiten. Außerdem wurden die Juden allmählich von den Christen aus dem Fernhandel "verdrängt". Weiterhin duften sie sich kein eigenes Land kaufen, da ihnen der Landbesitz meist untersagt war.


Also wurden die Juden früher zuerst mit dem Argument des Zinsverbotes in der eigenen Religion dazu gebracht, die Geldgeschäfte zu übernehmen, nur um sie hinterher dafür runterzumachen!

„Es lebe billig!“ (Makro-Markt) und „Billig will ich!“ (Plus)

Nein, danke! Mit „billig“ verbinde ich immer schlechte Qualität und Ramschware. Ich will günstig kaufen. Das ist ein feiner Unterschied, aber es ist ein Unterschied! Und der „Reim“ von Plus begründet sich nur auf der verschliffenen Aussprache des „will-ich“, sowie auf der in manchen Regionen Deutschlands üblichen Aussprache „billich“! Aber geschrieben sieht das einfach billig aus, und in einigen Regionen spricht man das auch nicht so aus. Hier im Braunschweiger Raum z. B. sprechen das sehr viele Leute mit „ig“ am Ende und eben nicht so wie in der Werbung mit „ich“.

„WWW Ticket Minus Service Punkt DE“

In einer Rundfunkwerbung für den Kartenvorverkauf für „Magic Of The Dance“ heißt es: „Informationen im Internet unter WWW Ticket Minus Service Punkt DE.“

Unter Minus verstehe ich immer noch die Subtraktion, ich ziehe etwas ab. Und was passiert hier? Wird der Service abgezogen?

Übrigens: Ihr seid hier gerade auf der Internet-Seite „WWW Punkt Spohn Bindestrich Online Punkt DE“!



Englisch in der Werbung

Können Sie englische Werbesprüche fehlerfrei übersetzen?

Die Firma Endmark befragte im Erhebungszeitraum Juni/Juli 2003 1104 Männer und Frauen in Hamburg, München, Köln und Leipzig. Es kam zu folgendem Ergebnis:

Werbespruchnicht verstandenSo wurde er mißverstandenDas ist gemeint
„Every time a good time“ (McDonald's)41%„Jede Zeit ist eine gute Zeit.“
„Jederzeit glücklich sein.“
„Jederzeit eine gute Zeit.“
„There's no better way to fly“ (Lufthansa)46%„Der beste Weg für Fliegen.“
„Da ist kein anderer Weg für Flieger.“
„Die beste Möglichkeit zu fliegen.“
„Come in and find out“ (Douglas)66%„Kommen Sie rein und finden Sie raus.“
„Reinkommen und drinbleiben.“
„Komm herein und entdecke!“
„Powered by emotion“ (SAT.1)67%„Macht und Emotion“
„Von Gefühlen gepudert“
„Angetrieben von Gefühlen“
„We are drivers too“ (Esso)69%„Wir fahren auch.“
„Wir sind zwei Fahrer.“
„Wir sind auch Autofahrer.“
„Stimulate your senses“ (Loewe)75%„Stimuliere deine Sense.“
„Stimulanz deines Sinnes.“
„Rege deine Sinne an“
„Share moments, share life“ (Kodak)76%„Schöne Momente, schönes Leben.“
„Scharfe Momente für ein scharfes Leben.“
„Augenblicke teilen, Leben teilen.“
„Driven by Instinct“ (Audi)78%„Fahren beim Instinkt“
„Der Instinkt des Fahrens“
„Angetrieben vom Instinkt“
„Where money lives“ (Citibank)79%„Ware, Geld, Leben“
„Wer Geld hat, lebt“
„Wo das Geld etwas tut“
„Drive alive“ (Mitsubishi)82%„Ein Leben fürs Fahren“
„Lebend ankommen“
„Lebendiges Fahren“
Diese Angaben stammen aus dem Artikel „Verstehen Sie die TV-Werbung?“ aus der Zeitschrift „TV Hören + Sehen“, genaue Ausgabe unbekannt, Ende 2003.

Die ARD-Sendung „Plusminus“ hatte am 18.05.2004 einen Beitrag zu diesem Thema im Programm. Den Ext. LinkArtikel dazu gibt es auch online.

Es ist dabei weniger peinlich, daß die Leute die Sprüche nicht verstehen, sondern, daß die erwünschte Werbebotschaft nicht richtig beim Konsumenten ankommt oder im schlimmsten Falle gar völlig mißverstanden wird, und das womöglich auch noch in einer derart negativen Form, daß der Schuß nach hinten losgeht.


Wirklich genial ist die Glosse Business ABC: „Sprechen Sie WYSIWYG...?“ aus der „PC Business“ Ausgabe 10/2003, Seite 125, den ich mit freundlicher Genehmigung des WEKA Computerzeitschriften Verlag GmbH & Co. KG und des Autors Ulrich Pesch veröffentlichen darf. Besser hätte ich es auch nicht schreiben können :-)


Rechtschreibreform

Am 10.7.2005 im RTL-Text gefunden

Screenshot, RTL-Text: ... Dass eigentlich jeder zum Monatsende mit dem Geld Haus halten muss, ist normal. ...

Durch die Rechtschreibreform sollte ja alles einfacher werden. Zusammengesetzte Verben sollten teilweise wieder auseinander geschrieben werden. Schließlich ist es unlogisch, einerseits „radfahren“ zu sagen, während es andererseits „Auto fahren“ heißt. Die neuen Regeln und ihre teilweise Rücknahme stiften allerdings nun so viel Verwirrung, daß auch schon das getrennt wird, was zusammen gehört!

Mit Geld kann man zwar ein Haus halten, aber hier geht es darum, mit dem Geld zu haushalten. Es geht nicht um ein Haus, sondern den Haushalt. Also muß dieser Satz heißen: „Dass eigentlich jeder zum Monatsende mit dem Geld haushalten muss, ist normal.“

Und nach dem ganzen Hickhack um die Reform wurde ja nun darüber lange genug diskutiert, ob man etwas zurücknimmt und wieviel. Man hätte das Für und Wider vielleicht doch im Voraus prüfen sollen, aber dazu war man leider nicht in der Lage.

Übrigens ist im Usenet in der Gruppe de.etc.sprache.deutsch aus meiner Frage zum „Haus halten“ eine recht lange Ext. LinkDiskussion entstanden. Warum eigentlich, wenn doch die neuen Regeln so klar sein sollten!?


Der Apostroph

Der Apostroph hat bei mir jetzt eigene Seiten erhalten, da ich zum Kapostrophen-Jäger geworden bin.



Außerdem habe ich ein paar weitere sprachliche Fehler und andere Belustigungen dokumentiert.

Ext. Link Weitere Worterfinder

Ext. Link Zwiebelfisch bei Spiegel.de befasst sich ebenfalls mit der deutschen Sprache

Ext. Link Profilieren im Netz leicht gemacht „Korrekter“ Spracheinsatz im Netz

Ext. Link„Deppenleerzeichen“ sind immer dort, wo Bindestriche fehlen

Ext. LinkDie „Agopunktionsgalerie“ beschäftigt sich ebenfalls mit fehlenden Satzzeichen


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